{"id":103,"date":"2012-09-10T08:56:47","date_gmt":"2012-09-10T05:56:47","guid":{"rendered":"http:\/\/winw.de\/dsa\/?page_id=103"},"modified":"2017-10-08T23:55:35","modified_gmt":"2017-10-08T20:55:35","slug":"herr-meyer-adams","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/winw.de\/dsa\/?page_id=103","title":{"rendered":"Herr Meyer-Adams"},"content":{"rendered":"<div><\/div>\n<div><strong>Wo und wann wurden Sie geboren?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Ich wurde am 03.August 1974 in Recklinghausen geboren, einer Stadt im n\u00f6rdlichen Ruhrgebiet.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><strong>K\u00f6nnen Sie Ihren Geburtsort beschreiben?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Recklinghausen weniger, dort wurde ich nur geboren. Der Lebensmittelpunkt meiner ersten 18 Jahre war Oer-Erkenschwick. Wahrlich keine sch\u00f6ne Stadt, bei uns sagt man: Da m\u00f6chte ich nicht tot \u00fcber dem Zaun h\u00e4ngen. Als Kind ist einem das aber egal. Sch\u00f6n ist es dort, wo man Freunde hat. Au\u00dferdem gab es ein gro\u00dfes Freibad und einen riesigen Wald.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><strong>Haben Sie dort Ihre Frau kennengelernt?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Nein, das war auf einer Party meines Bruders in Berlin.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><strong>Sie haben also einen Bruder?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Sogar zwei, ich bin der \u00e4lteste. Der mittlere ist \u00fcbrigens auch Lehrer, ebenfalls die F\u00e4cher Deutsch und Geschichte. Er hat schon zwei Sch\u00fcler aus dieser Schule unterrichtet, nachdem sie nach Deutschland gezogen sind.<\/em><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>Was hat Sie veranlasst, nach Bukarest zu kommen?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Ich war neugierig auf das Land und die Stadt. Als Deutscher wei\u00df man in der Regel nur wenig \u00fcber Rum\u00e4nien, h\u00e4ufig sind es negative Klischees. Ich wollte mir selber einen Eindruck machen.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<div><strong>Haben Sie sich schon ein Bild gemacht?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Nat\u00fcrlich. Vieles hat sich nicht bewahrheitet. So f\u00fchle ich mich in Bukarest zum Beispiel sehr sicher, ich wurde auch als Ausl\u00e4nder noch nie bedroht. Als gef\u00e4hrlich empfinde ich allerdings einige Stra\u00dfenhunde, zum Beispiel den schwarzen Hund, der auf unserer Stra\u00dfe lebt. Fast t\u00e4glich bei\u00dft er einen Passanten, die Rum\u00e4nen scheint das aber nicht weiter zu st\u00f6ren. In Deutschland w\u00e4re so ein Tier schon lange im Tierheim.<\/em><\/div>\n<div><em>Begeistert bin ich vom tollen Wetter, ich dachte vorher, in Rum\u00e4nien w\u00e4re es kalt und es w\u00fcrde den halben Tag regnen.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><strong>Es ist also nicht schwer gewesen, sich an Rum\u00e4nien anzupassen?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Doch, f\u00fcr die Kinder war es schwer. Es gibt hier zum Beispiel kaum Sportvereine, bei denen man sich einfach anmelden kann, um mit anderen Fu\u00dfball zu spielen. Das muss man als Eltern alles privat organisieren.<\/em><\/div>\n<div><em>Wegen des Stra\u00dfenverkehrs (und den Hunden) wollten wir unsere S\u00f6hne auch nicht allein auf der Stra\u00dfe spielen lassen. Mit der Zeit findet man aber Orte zum Spielen und andere Eltern mit den gleichen Problemen. Wenn man offen ist, trifft man schnell andere Menschen, dann wird alles einfacher. Das werdet Ihr auch merken, wenn Ihr ins Ausland geht.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><strong>Gibt es Ihrer Meinung nach Unterschiede zwischen den Sch\u00fclern in Deutschland und den Sch\u00fclern hier?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Ja, die rum\u00e4nischen Sch\u00fcler sind etwas neugieriger. Sie sind ein wenig motivierter und selbstst\u00e4ndiger, was die Organisation der Klassengesch\u00e4fte betrifft. Sie sind auf der anderen Seite \u00a0sehr notenfixiert und vergleichen sich st\u00e4ndig mit ihren Klassenkameraden. Das halte ich teilweise f\u00fcr \u00fcbertrieben. Noten sagen meiner Meinung nach wenig bis nichts \u00fcber den Wert und Charakter eines Menschen aus, nur \u00fcber den Menschen als Sch\u00fcler.<\/em><\/div>\n<div><em>Die Notenfixierung zeigt sich besonders nach der letzten Katalognote, da h\u00f6rt der \u00fcberwiegende Teil der rum\u00e4nischen Sch\u00fcler einfach auf zu arbeiten, l\u00e4sst sich kaum motivieren, sitzt einfach nur rum oder spielt an seinem Handy.<\/em><\/div>\n<div><em>Aber genug gejammert, mir macht die Arbeit mit rum\u00e4nischen Sch\u00fclern viel Spa\u00df, letztlich sind die Unterschiede zu deutschen Sch\u00fclern auch nicht so gravierend, die Gemeinsamkeiten \u00fcberwiegen.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<div><strong>Was k\u00f6nnen Sie \u00fcber die rum\u00e4nischen Lehrer sagen?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Sie sind sehr hilfsbereit, falls man etwas ben\u00f6tigt oder Fragen hat, findet man immer Hilfe. Ich w\u00fcnsche mir, dass der Austausch von Unterrichtserfahrungen und -material noch intensiver und selbstverst\u00e4ndlicher wird.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><strong>Wie lange bleiben Sie an der DSA Bukarest?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Als Auslandsdienstlehrkraft bekommt man einen Vertrag \u00fcber drei Jahre. Danach kann es passieren, dass man ein Vertragsverl\u00e4ngerung f\u00fcr weitere drei Jahre angeboten bekommt. Sollte dies bei mir der Fall sein, m\u00fcssen meine Familie und ich beratschlagen, ob wir das Angebot annehmen.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><strong>Was gef\u00e4llt Ihnen an Bukarest?<\/strong><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div><em>Ich z\u00e4hle einfach auf: Lipscani-Viertel, Herastrau-Park, zahlreiche Restaurants und Pubs, Obor, das gute Wetter und den spannenden Stra\u00dfenverkehr, der viele kleine Erfolgserlebnisse zul\u00e4sst und das Autofahren zu einem emotionalen Erlebnis macht.<\/em><\/div>\n<div><em>\u00a0<\/em><\/div>\n<div>Interview vom 15.11.2012 von Silvia Rinciog<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo und wann wurden Sie geboren? \u00a0 Ich wurde am 03.August 1974 in Recklinghausen geboren, einer Stadt im n\u00f6rdlichen Ruhrgebiet. \u00a0 K\u00f6nnen Sie Ihren Geburtsort beschreiben? \u00a0 Recklinghausen weniger, dort wurde ich nur geboren. Der Lebensmittelpunkt meiner ersten 18 Jahre war Oer-Erkenschwick. 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