{"id":2351,"date":"2017-10-09T00:02:25","date_gmt":"2017-10-08T21:02:25","guid":{"rendered":"http:\/\/winw.de\/dsa\/?page_id=2351"},"modified":"2019-02-12T19:32:55","modified_gmt":"2019-02-12T17:32:55","slug":"frau-jeschak","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/winw.de\/dsa\/?page_id=2351","title":{"rendered":"Frau Thier"},"content":{"rendered":"<p><strong>Katharina Thier<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/winw.de\/dsa\/wp-content\/uploads\/Jeschak-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2671\" src=\"http:\/\/winw.de\/dsa\/wp-content\/uploads\/Jeschak-1-269x300.jpg\" alt=\"\" width=\"269\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/winw.de\/dsa\/wp-content\/uploads\/Jeschak-1-269x300.jpg 269w, https:\/\/winw.de\/dsa\/wp-content\/uploads\/Jeschak-1-768x857.jpg 768w, https:\/\/winw.de\/dsa\/wp-content\/uploads\/Jeschak-1-918x1024.jpg 918w, https:\/\/winw.de\/dsa\/wp-content\/uploads\/Jeschak-1.jpg 1198w\" sizes=\"auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unterrichtet seit September 2017 Deutsch und Geschichte in der DSA<\/p>\n<p>Interview von Elise und Bibi aus der 12C:<\/p>\n<p><strong>E: Wo und wann sind Sie geboren und aufgewachsen?<\/strong><br \/>\n<em>J: Ich bin am 03.04.1985 in Hagen geboren, das ist im Randruhrgebiet, das Tor zum Sauerland genannt, bin dann in der Stadt Wetter an der Ruhr aufgewachsen und zur Schule gegangen.<\/em><br \/>\n<strong>B: Haben Sie dort auch die Hochschule beendet?<\/strong><br \/>\n<em>J: Genau, ich hab in Wetter an der Ruhr mein Abitur gemacht und im Ruhrgebiet gibt es ziemlich viele Universit\u00e4ten, also habe ich mein Studium an der Ruhr Uni in Bochum beendet und bin dann immer von Wetter nach Bochum gependelt.<\/em><br \/>\n<strong>E: Wie haben Sie sich entschieden, nach Rum\u00e4nien zu kommen?<\/strong><br \/>\n<em>J: Ich war w\u00e4hrend meines Studiums schon zweimal im Ausland an deutschen Schulen, aber immer nur als Praktikantin. Das erste Mal war ich in Alexandria, wo ich an der Borrom\u00e4renschule mein Fachpraktikum in Geschichte gemacht habe. Das war eine M\u00e4dchenschule. Nach meinem Studium hatte ich ein bisschen Zeit bis zu meinem Referendariat, also ging ich zu einer deutschen Schule in Taipei, Taiwan, aber nur f\u00fcr wenige Wochen. Ich wusste danach, dass ich irgendwann mal wieder im Ausland arbeiten will, dennoch bin ich nach meinem Referendariat in Gelsenkirchen erstmal nach Hamburg gegangen. Dort dachte ich, dass jetzt noch die richtige Zeit war, noch einmal ins Ausland zu gehen. Ich habe dann diese Stelle im Internet gesehen und mich beworben.<\/em><br \/>\n<strong>E: Und hatten Sie irgendwelche Vorurteile \u00fcber Rum\u00e4nien bevor Sie her kamen?<\/strong><br \/>\n<em>J: Also ich wollte schonmal Urlaub in den Karpaten machen. Ich hatte fr\u00fcher so einen Camping Bus, mit dem ich mir relativ viel von Europa angesehen habe, aber als ich mit meinem Freund nach Rum\u00e4nien wollte, war der Bus irgendwie nicht in Ordnung und wir dachten, es w\u00e4re doch ein wenig zu weit von Deutschland weg. Das war eigentlich mein einziger Kontakt mit Rum\u00e4nien. Sonst gibt es in Deutschland schon Vorurteile, die meistens aber von meiner Familie kamen. Sie wollten n\u00e4mlich, dass ich \u00fcberhaupt nicht weggehe, also kamen sie mit verschiedenen Gr\u00fcnden, wieso ich nicht nach Rum\u00e4nien gehen sollte.<\/em><!--nextpage--><br \/>\n<strong> B: Das w\u00e4re auch unsere n\u00e4chste Frage: wie hat Ihre Familie reagiert, als sie erfahren hat, dass Sie her kommen?<\/strong><br \/>\n<em>J: Meine Schwester und mein Vater haben sich gefreut, weil sie jetzt h\u00e4ufiger nach Rum\u00e4nien und Bukarest kommen werden k\u00f6nnen, aber meine Mutter fand das nicht so toll. Mein Freund, mit dem ich jetzt schon lange zusammen gelebt habe und immer noch zusammen bin, hat einfach gesagt \u201cMach das ruhig\u201d, denn er wei\u00df, wie ich bin und dass ich es sowieso getan h\u00e4tte. Der Rest der Familie fand das spannend und hat sich gefreut.<\/em><br \/>\n<strong>E: Ist Ihr Freund also in Deutschland geblieben?<\/strong><br \/>\n<em>J: Ja, er ist da geblieben. Er ist auch Lehrer in Hamburg und hat gerade eine neue Stelle angenommen. Gerade ist er aber hier, weil er Ferien hat. Wir haben auch immer versetzt Ferien, sodass wir uns gegenseitig besuchen k\u00f6nnen. Es gibt auch einen direkten Flug zwischen Bukarest und Hamburg und im Ruhrgebiet gibt es einen direkten Flug nach Dortmund.<\/em><br \/>\n<strong>B: Unterrichtet er auch Geschichte?<\/strong><br \/>\n<em>J: Nein, der unterrichtet PGW und Geographie und das Fach Holzwerken; das gibt es hier nicht, aber es gibt es bei Stadtteilschulen in Hamburg.<\/em><br \/>\n<strong>B: Wie und wann haben Sie sich entschieden, Geschichts-, bzw Deutschlehrerin zu werden?<\/strong><br \/>\n<em>J: Relativ sp\u00e4t, also ich hatte schon studiert und musste nach meinem ersten Abschluss an der Uni entscheiden, ob ich Lehrerin werden will oder nicht. Das war nach meinem Bachelor. Da hatte ich schon 3 Jahre studiert. Eigentlich wollte ich zuerst gerne Journalistin werden und hab auch nebenher bei der Zeitung gearbeitet, aber dann hab ich ein Praktikum an einer Schule gemacht in Bochum und hab neben dem Studium immer wieder mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Da hab ich bemerkt, dass es mir eigentlich Spa\u00df machte, also bin ich Lehrerin geworden.<\/em><br \/>\n<strong>E: Wie f\u00fchlen Sie sich hier in Rum\u00e4nien? Wie ein Ausl\u00e4nder oder eher willkommen?<\/strong><br \/>\n<em>J: Ich f\u00fchle mich auf jeden Fall willkommen. Ich merk nur selber, dass ich mich h\u00e4tte besser integrieren sollen; ich h\u00e4tte gerne ein bisschen mehr Rum\u00e4nisch gekonnt. Gerade kenn ich nur ein paar W\u00f6rter und ich lerne so Vokabeln, aber unterhalten kann ich mich noch nicht.<\/em><!--nextpage--><br \/>\n<strong>B: Werden Sie lernen m\u00fcssen.<\/strong><br \/>\n<em>J: Ja.. Sonst f\u00fchle ich mich hier gut. Ich bin im Sommer hier umgezogen und hab ein bisschen in Rum\u00e4nisch Urlaub gemacht, wo ich nur nette Menschen kennengelernt hab und sch\u00f6ne Erlebnisse gehabt habe.<\/em><br \/>\n<strong>B: Welche andere Interessen und Hobbys haben Sie?<\/strong><br \/>\n<em>J: In meiner Freizeit versuche ich, regelm\u00e4\u00dfig zu joggen, also ich nehme auch so an L\u00e4ufen teil. Ich lese jeden Tag noch irgendein Buch privat, also ich lese gerne. Ich fotografiere auch gerne, aber meine Kamera ist gerade kaputt und au\u00dferdem hab ich meistens zu wenig Zeit. Das habe ich auch in meiner Studiumzeit getan und ich mache das auch jetzt noch.<\/em><br \/>\n<strong>E: Und w\u00fcnschen Sie sich, dass Sie mehr Zeit f\u00fcr diese Hobbys h\u00e4tten?<\/strong><br \/>\n<em>J: Also in den Ferien habe ich immer Zeit, aber w\u00e4hrend der Schulzeit hat ein Lehrer immer viel zu tun und mit den F\u00e4chern Deutsch und Geschichte hat man immer viel zu korrigieren, aber das ist schon lange so. Als Lehrer hat man aber viele Ferien, also finde ich immer Zeit.<\/em><br \/>\n<strong>B: Welche Unterschiede bemerken Sie zwischen den Rum\u00e4nen und den Deutschen?<\/strong><br \/>\n<em>J: Zwischen den Sch\u00fclern oder generell?<\/em><br \/>\n<strong>B: Beides.<\/strong><br \/>\n<em>J: Ich komm jetzt von einer Schule, wo die Sch\u00fclerschaft ein bisschen problematisch war, also ist es schwierig, das jetzt zu vergleichen. Ihr seid sehr motiviert, das ist sehr sch\u00f6n f\u00fcr einen Lehrer. In meiner alten Schule war das meistens nicht so, man m\u00fcsste die Kinder immer motivieren, weil die nicht so eigenst\u00e4ndig lernen konnten. Das ist ein Unterschied, aber ich habe vorher auch nicht bei einem Gymnasium unterrichtet, sondern bei einer Stadtteilschule und deshalb ist es auch ein schwieriger Vergleich. Allgemein habe ich das Gef\u00fchl, dass hier w\u00e4hrend der Woche immer viel mehr los ist. Wenn ich durch die Stra\u00dfen gehe sieh ich immer Menschen, die noch essen gehen und lange wach sind, was mit Sicherheit auch mit dem Wetter zusammenh\u00e4ngt.<\/em><br \/>\n<strong>E: Was k\u00f6nnen Sie \u00fcber die rum\u00e4nischen Lehrer sagen?<\/strong><br \/>\n<em>J: Ich hab jetzt eine 9. Klasse und ich bin erstaunt, wie viel die Sch\u00fcler k\u00f6nnen. Das kommt jetzt nicht von den 6 Wochen in denen ich hier unterrichtet habe, sondern weil die Lehrer vor mir eine sehr gute Arbeit geleistet haben. Es ist auch bewundernswert, weil ihr die F\u00e4cher auf Deutsch habt, also dann geht es erstmal darum, die Sprache zu lernen und dann noch um das Fachliche. Das find ich alles erstaunlich.<\/em><!--nextpage--><br \/>\n<strong>B: Wie lange haben Sie vor, in Rum\u00e4nien zu bleiben?<\/strong><br \/>\n<em>J: Mein Vertrag geht 3 Jahre und dann muss ich noch sehen, weil ich ja noch meinen Freund in Deutschland habe und man muss sehen, wie lange der das mitmacht aber grunds\u00e4tzlich kann ich mir vorstellen, l\u00e4nger zu bleiben.<\/em><br \/>\n<strong>E: Haben Sie Haustiere?<\/strong><br \/>\n<em>J: Nein, leider nicht, aber ich h\u00e4tte gerne einen Hund.<\/em><br \/>\n<strong>B: Was erhoffen Sie sich aus diesem Erlebnis?<\/strong><br \/>\n<em>J: Erstens w\u00fcnschte ich mir, anderen Sch\u00fclern zu unterrichten, die vielleicht leistensmotivierter sind und mit denen man schneller vorankommt, das ist schon eingetreten. Dann find ich es noch spannend eine neue Kultur und eine neue Sprache zu erlernen. Dann hoffe ich auch, viel Besuch zu bekommen, weil ich eine gro\u00dfe Wohnung gemietet hab und ein anderes Leben zu leben, als in Deutschland.<\/em><br \/>\n<strong>E: Was gef\u00e4llt Ihnen bis jetzt an Bukarest?<\/strong><br \/>\n<em>J: Das Wetter gef\u00e4llt mir erstens sehr. Ich hab die letzten 4 Jahre in Hamburg gewohnt und da war es oft regnerisch und warm war es selten. Ich wohne au\u00dferdem nicht weit vom Her\u0103str\u0103u Park, wo ich oftmals war. Dort kann man gut laufen. Dann war ich noch rudern, was mir sehr gefallen hat. Lipscani und die Altstadt finde ich auch sehr sch\u00f6n, besonders die alten H\u00e4user. Ich habe aber noch viel zu entdecken. Der Obor Markt ist auch toll.<\/em><br \/>\n<strong>B: Haben Sie schon spezifisch rum\u00e4nisches Essen probiert?<\/strong><br \/>\n<em>J: Ja, mici hab ich schon gegessen und Auberginensalat.<\/em><br \/>\n<strong>B: Wir haben auch diese sogenannten sarmale. Es ist so Kraut mit entweder Fleisch, oder Reis und wir essen das sehr gerne.<\/strong><br \/>\n<em>J: Die hab ich noch nicht gegessen, ich muss auf der Speisekarte n\u00e4chstes Mal darauf achten.<\/em><br \/>\n<strong>E: Waren Sie in Ihrer Zeit hier auch au\u00dferhalb von Bukarest?<\/strong><br \/>\n<em>J: Als ich noch Ferien hatte, bin ich erst nach Bra\u0219ov gefahren und dann noch einen Tag in Bran, wo wir gewandert sind. Das war wundersch\u00f6n. Dann kam ich nach Bukarest, hab den Umzug gemacht und war dann noch in Sibiu. Das ist auch eine super sch\u00f6ne Stadt, wo man wirklich gut wandern kann.<\/em><br \/>\n<strong>B: Das w\u00e4ren alle unsere Fragen. Danke f\u00fcr Ihre Zeit.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Katharina Thier Unterrichtet seit September 2017 Deutsch und Geschichte in der DSA Interview von Elise und Bibi aus der 12C: E: Wo und wann sind Sie geboren und aufgewachsen? 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